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Frühjahrshonig ernten: wann, wie und was dazugehört

Imkerplein4 min lezen 0 lezers

Ende Mai ist es so weit für viele niederländische Imker: die erste Honigernte des Jahres steht bevor. Die Rapsblüte ist größtenteils vorbei, die Obstbäume sind verblüht, und in den oberen Honigräumen liegt eine schöne Schicht reifer Frühjahrshonig. Zeit zum Schleudern.

Aber wann ist wirklich der richtige Moment? Und wie geht man vor, ohne später Probleme mit dem Honig zu bekommen? Eine Übersicht.

Wann ist Honig reif zum Ernten

Honig ist eine Flüssigkeit, die deine Bienen langsam auf etwa 17-18% Wassergehalt eindicken. Erst dann ist er stabil genug, um nicht im Glas zu gären. Zwei Zeichen, dass es so weit ist:

  • Die Zellen sind verdeckelt. Bienen legen einen Wachsdeckel auf eine Zelle, sobald der Honig reif ist. Wenn mindestens 70% der Zellen einer Wabe verdeckelt sind, kann die Wabe geerntet werden.
  • Die Spritzprobe funktioniert. Halte eine Wabe waagerecht und schüttle kurz. Tropft nichts heraus, ist der Honig ausreichend eingedickt. Spritzt ein dünner Strahl aus den unverdeckelten Zellen, ist er noch zu wässrig.

Wer es genauer wissen will, benutzt ein Refraktometer · ein kleines optisches Gerät, das den Wassergehalt misst. Bereits ab etwa 35 Euro erhältlich und die Investition wert, wenn du ernsthaft erntest.

Der richtige Zeitpunkt in der Saison

In den Niederlanden arbeiten viele Imker mit zwei Ernten:

  • Frühjahrsernte · Ende Mai bis Anfang Juni, nach der Raps- und Obstblüte. Dieser Honig ist meist hell in der Farbe, mild im Geschmack und kristallisiert relativ schnell.
  • Sommerernte · Ende Juli bis Anfang August, nach der Sommerblüte von Linde, Klee und Weidenröschen. Oft dunkler und kräftiger im Geschmack.

Manche Imker ernten auch noch Heidehonig im September, das erfordert aber eine Wanderung mit den Völkern in die Heide und ist für den durchschnittlichen Hobbyimker kein Standard.

Was du brauchst

Bevor du beginnst, lege bereit:

  • Eine Honigschleuder, manuell oder elektrisch. Für 1-2 Völker reicht eine zweirahmige Handschleuder, ab 3 Völkern lohnt sich eine elektrische.
  • Eine Entdeckelungsgabel oder ein -messer, um die Wachsdeckel von den Zellen zu entfernen.
  • Eine Entdeckelungswanne mit Gitter, in dem die Wachsreste auffangen werden.
  • Ein Doppelsieb, grob und fein, zum Filtern des Honigs.
  • Klärbehälter oder Eimer mit Auslaufhahn zum Absetzen.
  • Honiggläser mit Deckeln und Etiketten. Vergiss deinen Namen und das Erntejahr nicht.

Die Reinigung geht am besten mit warmem Wasser ohne Seife. Honig und Wasser mischen sich gut, aber Seifenreste geben Geschmacksprobleme.

Die Ernte selbst, Schritt für Schritt

1.Nimm die Honigräume vom Volk weg. Das macht man am besten früh am Morgen, wenn die Bienen noch ruhig sind. Viele Imker verwenden eine Bienenflucht (eine Platte mit Einwegklappen) einen Tag vorher. Dann sind bei der Ernte kaum noch Bienen im Honigraum.

2.Entdeckle die Waben über der Entdeckelungswanne mit deiner Entdeckelungsgabel. Arbeite ruhig, Wabe für Wabe.

3.Setze die Waben in die Schleuder und drehe. Beginne langsam, steigere allmählich. Zu schnelles Anfangen kann Waben brechen.

4.Siebe den Honig direkt durch das Doppelsieb in einen Klärbehälter. Je schneller, desto weniger Gefahr, dass das Sieb verklebt.

5.Lass den Honig 1 bis 3 Tage im Klärbehälter absetzen. Schaum, kleine Wachsteilchen und Luftblasen steigen von selbst nach oben. Schöpfe diese Schicht ab, bevor du abfüllst.

6.Fülle in Gläser ab, verschließe gut, etikettiere.

Häufige Anfängerfehler

  • Zu früh ernten. Nicht reifer Honig mit zu viel Wasser fängt nach ein paar Wochen an zu gären. Warte wirklich, bis die Zellen verdeckelt sind.
  • Zu warm verarbeiten. Honig über 40°C verliert Enzyme und Aroma. Arbeite in einem Raum zwischen 18 und 25°C.
  • Unzureichend sieben. Nichts ist ärgerlicher als kleine Wachsstückchen oder Bienenbeine im Honigglas.
  • Vergessen, mit dem Erntejahr zu etikettieren. In zwei Jahren weißt du wirklich nicht mehr, welches Glas aus welcher Ernte stammt.

Was machst du mit dem Rest

Wachsdeckel und Wachsreste wirfst du nicht weg. Wachs lässt sich in einem Wachsschmelzer einschmelzen und zu Blöcken umgießen. Viele Imker tauschen dieses Wachs bei einem Wachsumtausch gegen neue Mittelwände · die Bienen bekommen so saubere, junge Waben zurück, ohne dass Wachs verloren geht.

Der Entdeckelungshonig (aus der Wanne mit den Deckeln) ist übrigens bestens zum Selberessen geeignet. Er schmeckt genau gleich wie der geschleuderte Honig. Viele Imker behalten dieses Glas als "eigenes Glas" für zu Hause.

Zum Schluss

Honig schleudern ist keine Hexerei, aber es erfordert Vorbereitung und Geduld. Ein gut organisierter Schleuderraum (auch die Küche kann reichen, wenn sie ordentlich gereinigt ist), der richtige Zeitpunkt und ruhiges Arbeiten sind die halbe Ernte.

Hast du noch Fragen oder einen eigenen Tipp zu teilen? Stelle ihn im Forum unter Honigernte & Schleudern · andere Imker helfen gerne mit.

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