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Die Asiatische Hornisse: was jeder niederländische Imker jetzt wissen muss

Imkerplein7 min lezen 0 lezers

Lange wurde gewarnt, dass sie kommen würde. 2017 wurde sie zum ersten Mal in den Niederlanden gesichtet. Inzwischen ist die Vespa velutina nigrithorax in mehreren Provinzen bestätigt und Nester wurden von Limburg bis Drenthe gefunden. Für Imker ist das keine abstrakte Nachricht mehr. Es ist eine Frage von wann, nicht ob.

In diesem Artikel stelle ich auf eine Reihe, was du wissen musst: wie du sie erkennst, was sie deinen Bienen antut, wie du ein Nest findest, und was du jetzt schon an deinem Standort tun kannst. Auch: wie du sie meldest, und warum du sie auf keinen Fall selbst bekämpfen solltest.

Wie erkennst du sie? (Asiatisch vs Europäisch)

Hier sitzt die größte Verwirrung. Die Asiatische Hornisse ist eine andere Art als die 'normale' Europäische Hornisse (Vespa crabro). Viele Menschen sehen eine große Wespe und denken sofort an eine Asiatische, dabei ist es eine Europäische. Oder umgekehrt.

Asiatische Hornisse (Vespa velutina):

  • Länge: 2 bis 3 cm (Arbeiterinnen)
  • Körper: überwiegend schwarz oder dunkelbraun
  • Hinterleib: vor allem schwarz, mit einem gelben Band (vierte Segment)
  • Kopf: orange von vorne
  • Beine: schwarz mit leuchtend gelben Enden ('gelbe Socken'), das auffälligste Merkmal
  • Geräusch: tiefer und schwerer als eine normale Wespe

Europäische Hornisse (Vespa crabro):

  • Länge: 2 bis 3,5 cm (Arbeiterinnen), Königin bis 4 cm
  • Körper: vor allem braun mit gelb
  • Hinterleib: mehr gelb mit braunen Bändern
  • Kopf: braun/gelb
  • Beine: braun, keine 'gelben Socken'
  • Für Bienen: viel weniger bedrohlich als ihr asiatischer Cousin

Wenn du jemals eine Asiatische Hornisse triffst: mache ein Foto. Für die NVWA-Meldung brauchst du ein gutes Foto.

Warum ist sie ein Problem für deine Bienen?

Die Asiatische Hornisse hat eine einzigartige Jagdtechnik, die sie so gefährlich für Honigbienen macht: sie schwebt vor dem Flugloch deines Stocks, manchmal stundenlang, und schnappt zurückkehrende Sammelbienen aus der Luft. Eine Hornisse kann 30 bis 50 Bienen pro Tag fangen. Bei mehreren Hornissen pro Stock steigt das schnell auf Hunderte von Bienen pro Tag.

Der zweite Effekt ist vielleicht noch schlimmer: Lähmungsstress. Bienen, die sehen, dass Hornissen vor dem Flugloch hängen, trauen sich nicht mehr auszufliegen. Sie hören auf zu sammeln. Das Volk schrumpft, Vorräte gehen zur Neige, und ein stark befallener Stock kann innerhalb von Wochen zusammenbrechen.

In Frankreich, wo die Asiatische Hornisse schon seit 2004 ist, berichten Imker in stark betroffenen Gebieten von 30 bis 80% Volksverlusten in schlechten Jahren. Die Niederlande sind noch nicht so weit. Was du jetzt tust, bestimmt mit, ob wir dorthin kommen.

Das Nest: primär vs sekundär

Ein Asiatisches Hornissenvolk baut zwei Nester in einer Saison. Das ist wichtig zu wissen, denn es bestimmt, wo du suchen wirst.

Primärnest (April bis Juni):

  • Klein: von Tischtennisball- bis Grapefruit-Größe
  • Niedrig: oft in einem Schuppen, unter einer Dachrinne, in einem Gartenhaus, einer Garage
  • Von einer Königin gebaut, also noch verwundbar
  • Bester Moment zum Melden und Bekämpfen

Sekundärnest (Juni bis Oktober):

  • Groß: bis zu 60 bis 80 cm Durchmesser
  • Hoch: meistens 10 bis 30 Meter in einem Baum, oft in der Krone
  • Enthält Hunderte bis Tausende Hornissen
  • Sichtbar, wenn die Blätter fallen, aber dann ist die Saison praktisch vorbei

Es ist viel einfacher, ein Primärnest im Mai zu finden als ein Nest in 25 Metern Höhe im Juli. Behalte also im Frühling deinen Schuppen, dein Gartenhaus, Vogelhäuser und Dachrinnen gut im Auge auf eine kleine graue, papierige Kugel.

💡 Eigene Erfahrung: ich habe inzwischen selbst mehrere in meiner Umgebung gesichtet. Was mir am meisten in Erinnerung geblieben ist: wir sind als kleine Gruppe gezielt suchen gegangen, haben eine gefangen, und diese Hornisse mit einem kleinen Sender ausgestattet. Das Tier wurde freigelassen und flog direkt zum Nest, mit uns im Gefolge. Klingt wie CSI, ist einfach Imker-Arbeit anno 2026. Für Sekundärnester hoch in den Bäumen ist das ehrlich gesagt oft die einzige praktikable Methode. Frage bei deinem Verein oder in deiner Region, ob es Gruppen gibt, die das machen, und schließe dich an.

Was tust du, wenn du eine Asiatische Hornisse siehst?

Schritt 1: melde sie. Das ist das Wichtigste. Ohne Meldungen kann die NVWA nichts koordinieren, und die Art breitet sich unbemerkt aus.

Melde über:

  • waarneming.nl (schnellste Route, für jeden)
  • vespa-watch.nl (speziell für die Asiatische Hornisse)
  • Direkt bei der NVWA unter 0900-0388 (für Nester und große Funde)

Füge deiner Meldung mindestens hinzu:

  • Foto der Hornisse (von oben, scharf, 'gelbe Socken' sichtbar)
  • Datum und Uhrzeit
  • Genaue Lage (GPS-Pin)
  • Was tat das Tier (auf einer Blume, fliegend, tot gefunden?)

Schritt 2: fang eine. Klingt unheimlich, aber eine Asiatische Hornisse, die auf einer Blume sitzt, kannst du in einem Glas fangen, indem du das Glas darüber stülpst. Kurz in den Gefrierschrank, und du hast ein Exemplar für die Identifikation und eventuelle DNA-Analyse durch Experten.

Schritt 3: KEINESFALLS selbst bekämpfen. Das hörst du öfter, aber es ist wirklich wichtig. Ein Nest ohne professionellen Schutz anzugreifen kann zu Hunderten Stichen in Sekunden führen. Asiatische Hornissen sind am Nest extrem defensiv, und ihr Gift ist stärker als das von Wespen. In Frankreich gab es Tote durch Amateurversuche. Überlass das geschulten Schädlingsbekämpfern (deine Gemeinde oder die NVWA regelt das).

Was kannst du für deine Stöcke tun?

Hier wird es konkret. Du kannst nicht verhindern, dass Hornissen deinen Standort finden, aber du kannst es ihnen deutlich schwerer machen.

1. Flugloch verkleinern. Verkleinere im Spätsommer das Flugloch auf einen Spalt von maximal 5,5 mm Höhe. Bienen können noch durch, Hornissen nicht. Die einfachste und günstigste Maßnahme.

2. Bienen leiten. Stelle eine hellfarbige Platte (weißes Leinen, Holz) 2 bis 3 Meter vor dem Stock auf. Hornissen hängen dann öfter dort, und Bienen fliegen darunter zurück zum Stock. Hilft weniger, als du hoffst, aber jedes Bisschen zählt.

3. Elektrische Harfe. Ein elektronisches Gitter vor dem Flugloch: Bienen fliegen ungehindert durch, Hornissen werden elektrisiert. Kostet zwischen 100 und 300 €, in Frankreich nachweislich wirksam. Für stark befallene Stände die konkreteste Waffe.

4. Köderfallen, mit großer Vorsicht. Im Frühjahr (März bis Mai) hängen manche Imker Köderfallen mit Bier oder Zuckerwasser auf, um Königinnen zu fangen. Problem: du fängst auch Zehntausende anderer Insekten, darunter Schmetterlinge, Marienkäfer und gewöhnliche Wespen, die kein Problem sind. Mein Rat: nur tun, wenn es ein bestätigtes Nest in deiner direkten Umgebung gibt, und immer selektiv gemachte Fallen (Vespacatch u.ä.) mit einem Ausgang für kleine Insekten.

5. Starke Völker halten. Ein schwaches Volk geht eher am Hornissenstress unter als ein starkes. Klingt simpel, ist aber wahr: gute Varroabekämpfung, ausreichende Wintervorräte, gesunde Königin. Hornissen suchen das schwächste Ziel.

💡 Ehrliches Geständnis: ich habe meine eigenen Stöcke noch nicht angepasst. Es steht auf meiner Liste, aber ich muss noch selbst herausfinden, welche Maßnahme für meine Situation am meisten bringt. Ein Flugloch im Spätsommer verkleinern kann jeder Imker, das werde ich auf jeden Fall machen. Ob ich in eine elektrische Harfe investieren werde, weiß ich noch nicht. Wenn du Erfahrung mit einem bestimmten Ansatz hast: teile es im Forum. Das ist die Art von Thema, bei der wir mehr aus der praktischen Erfahrung des anderen lernen als aus jeder Broschüre.

Was du vor allem nicht tun solltest

  • Nicht ein Nest selbst mit Pestiziden oder Gift angreifen
  • Nicht ein Nest mit Wasser oder Feuer zerstören
  • Nicht vor jeder großen Wespe weglaufen, ohne zu prüfen
  • Nicht in Panik alle Nester in deinem Garten beseitigen, Europäische Hornissen sind sogar geschützt und nützlich

Was du tun solltest: ruhig bleiben, Foto machen, melden, und im Spätsommer dein Flugloch verkleinern.

Was wir (noch) nicht wissen

Ich versuche in solchen Artikeln ehrlich zu sein über das, was unsicher ist.

  • Wir wissen nicht, ob die niederländische Population jemals so dicht wird wie in Südfrankreich. Klima, Landschaft und Bekämpfung können den Verlauf stark beeinflussen.
  • Wir wissen nicht, wie die langfristige Wirkung auf die niederländische Imkerschaft sein wird. Optimisten sagen: wir lernen, mit der Hornisse zu leben, wie wir gelernt haben, mit der Varroa zu leben. Pessimisten sagen: es wird schlimmer, als wir denken.
  • Wir wissen nicht mit Sicherheit, welche Verteidigungsmaßnahmen in unseren Bedingungen am besten funktionieren. Französische Forschung lässt sich nicht immer eins zu eins übertragen.

Was wir wohl wissen: frühe Meldung und Signalisierung ist das Wertvollste, was einzelne Imker jetzt tun können.

Zum Schluss

Die Asiatische Hornisse ist kein 'südfranzösisches Problem' mehr, das man wegzeigen kann. Sie ist in den Niederlanden, sie bleibt in den Niederlanden, und als Imker bekommst du es wahrscheinlich in den nächsten fünf Jahren mit ihr zu tun, oder du hast es schon.

Die gute Nachricht: in Frankreich und Belgien läuft seit Jahren Forschung zu effektiver Bekämpfung. Die NVWA verfolgt es aktiv. Viele Imkervereine organisieren Info-Abende. Nutze sie. Ein lokaler Imker mit Erfahrung lehrt dich mehr als jede französische Forschung.

Hast du eine Asiatische Hornisse gemeldet? Ein Nest gefunden? Einen Verteidigungstrick, der funktioniert? Teile es im Forum unter Bienengesundheit & Krankheiten, dort gehört dieses Wissen zusammen.

🐝 Viel Erfolg und melde weiter.

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Dit artikel is algemene informatie, geen professioneel advies. Controleer bij bijenziekten, diergeneesmiddelen en wetgeving altijd de actuele officiële voorschriften.